Grillen und Kochen beim Camping: Campingkocher, Grill und Gasversorgung im Vergleich

Fleisch mit Rosmarin brät in der Pfanne auf einem Campingkocher
Foto: Paxson Woelber, CC BY 2.0

Die Außenküche besteht aus zwei Entscheidungen. Die erste ist der Kocher: Gas, Benzin, Spiritus und Strom arbeiten unter sehr verschiedenen Bedingungen zuverlässig, und die Bauart bestimmt, ob bei Frost oder ohne Landstrom noch etwas warm wird. Die zweite ist die Gasversorgung dahinter — ob die Flasche im Ausland nachgefüllt werden kann, ob das Gas bei Kälte verdampft und wann Schlauch und Regler getauscht gehören. Beide zusammen entscheiden, ob unterwegs gekocht wird oder die Pfanne kalt bleibt.

Kocher oder Grill: die erste Weichenstellung

Der Gaskocher ist der Allrounder. Er ist in Sekunden startklar und deckt alles ab, was in Topf und Pfanne passt. Zweiflammige Modelle liefern typischerweise 2,2 bis 2,3 Kilowatt je Brenner, genug, um zwei Gänge parallel zu garen. Der Grill spielt seine Stärke bei offener Hitze aus und macht das Essen zum gemeinsamen Ereignis, braucht dafür mehr Platz und einen Blick in die Platzordnung. Denn auf dem Campingplatz gilt kein bundesweites Gesetz, sondern die Hausordnung des Platzes: Gas- und Elektrogrills sind meist erlaubt, Holzkohle und offenes Feuer häufig nicht, weil Rauch und Funkenflug stören und die Brandgefahr steigt. Bei Wind oder Waldbrandgefahr wird das Grillen oft ganz untersagt.

Campingkocher: die Bauarten und wofür sie taugen

„Campingkocher“ ist ein Sammelbegriff für fünf sehr unterschiedliche Geräte. Sie unterscheiden sich weniger in der Leistung als darin, wo sie zuverlässig arbeiten — bei Kälte, in Höhe, ohne Landstrom, im Ausland. Wer die Bauart nach dem Einsatzort wählt statt nach der Wattzahl, trifft die Entscheidung einmal.

Bauart Stärke Schwäche passt zu
Gas (Kartusche) sofort einsatzbereit, sauber, leise Butan versagt bei Kälte, Kartuschen-Normen wechseln im Ausland Drei-Jahreszeiten-Camping, kurze Touren
Gas (Flasche) günstig im Betrieb, große Brenner möglich Flaschentausch, Regler-Frage im Ausland, Prüfpflicht bei Festeinbau Wohnwagen, Wohnmobil, Standlager
Benzin / Multifuel arbeitet bei Frost und in Höhe, Brennstoff überall zu bekommen Vorheizen nötig, Wartung, Geruch Wintertouren, Fernreise
Spiritus keine beweglichen Teile, lautlos, sehr günstig langsam, windempfindlich, schlecht regelbar Solo, minimalistisch, Kanu und Rad
Elektrisch keine offene Flamme, im Vorzelt unproblematisch braucht Landstrom, Leistung durch die Säulenabsicherung begrenzt Dauerstellplatz mit Anschluss

Gaskocher: der Standard, und wo er an Grenzen kommt

Der Gaskocher deckt den größten Teil des Campingalltags ab, und zwar aus einem einfachen Grund: Er ist in Sekunden betriebsbereit, sauber und regelbar. Seine beiden Grenzen sind bekannt und stehen weiter unten in diesem Ratgeber ausführlich — die Kälteschwäche von Butan und die Frage, ob Regler und Anschluss im Zielland passen.

Für die Wahl zwischen Kartusche und Flasche entscheidet weniger der Preis als der Ort. Ein Kartuschenkocher ist tragbar und gehört auf den Tisch vor dem Zelt; eine Flaschenanlage ist ortsfest und versorgt nebenbei Kühlschrank und Heizung mit. Wer eine feste Anlage im Fahrzeug hat, betreibt den Kocher daran mit — und braucht dafür die wiederkehrende Gasprüfung nach G 607, die für ein tragbares Gerät nicht gilt.

Benzin- und Multifuel-Kocher: die Antwort auf Frost und Höhe

Wo Gas aufgibt, fängt diese Bauart an. Der Brennstoff steht unter Druck, der vom Benutzer aufgebaut wird, und ist damit von der Außentemperatur weitgehend unabhängig. Multifuel-Modelle nehmen zusätzlich Petroleum oder Diesel — das Argument auf Reisen dorthin, wo es die vertraute Kartusche nicht gibt.

Der Preis dafür ist Handarbeit. Der Kocher muss vorgeheizt werden, bevor er sauber brennt, die Düse setzt sich mit der Zeit zu, und Dichtungen sind Verschleißteile. Wer das nicht will, ist mit Gas besser bedient — wer im Winter kocht, hat kaum eine Alternative. Was sonst noch zur kalten Jahreszeit gehört, steht im Ratgeber zum Wintercamping.

Spiritus, Hobo und elektrisch

Der Spirituskocher ist die einfachste Bauart überhaupt: ein Brenner, ein Topfträger, kein Druck, keine Dichtung, nichts, was ausfallen kann. Dafür braucht er länger, reagiert stark auf Wind und lässt sich kaum regeln. Für eine Person und einen Topf ist er unschlagbar, für ein Abendessen zu viert nicht gedacht.

Hobo- und Holzkocher verbrennen, was am Platz liegt. Das ist reizvoll und in der Praxis oft nicht erlaubt — offenes Feuer ist auf vielen Campingplätzen untersagt, und in trockenen Sommern kommen regionale Verbote dazu. Vor der Anschaffung lohnt der Blick in die Platzordnung, nicht danach.

Elektrische Kochplatten und Induktionsfelder haben einen Vorteil, den keine Flamme bietet: Sie dürfen dort betrieben werden, wo offenes Feuer ausscheidet. Ihre Grenze ist die Stromsäule. Wie viel gleichzeitig laufen darf, bestimmt deren Absicherung — der Wert steht an der Säule oder in der Platzordnung, und er ist deutlich niedriger als eine Haushaltsleitung. Ein Induktionsfeld auf voller Stufe plus Heizlüfter ist der klassische Weg, den Automaten fallen zu lassen.

Wie viele Flammen, und wie groß

Zwei Brenner sind die vernünftige Regel für zwei Personen: Nudeln und Sauce gleichzeitig, ohne Warmhalten. Ein dritter Brenner klingt gut und wird selten benutzt — er kostet Platz auf einer Fläche, die im Vorzelt ohnehin knapp ist.

Wichtiger als die Zahl der Brenner ist der Topfträger. Er muss den größten Topf tragen, den man tatsächlich mitnimmt, ohne zu kippen, wenn jemand am Tisch stößt. Ein breiter Träger ist bei einem Campingkocher der Unterschied zwischen Kochen und Aufpassen. Welche Töpfe und welcher Tisch dazu passen, ordnet der Bereich Campingmöbel ein.

Das Gassystem: Flasche, Anschluss, Regler

Deutsche Propanflaschen mit 3, 5, 11 oder 33 Kilogramm nutzen alle denselben Anschluss, der unter drei Namen auftaucht: Kleinflaschenanschluss, G.12 oder W21,8 mal 1/14 Zoll. Gemeint ist dasselbe Linksgewinde, dessen umgekehrte Drehrichtung als Verwechslungsschutz dient. Für einen tragbaren Kocher oder Grill im Freien schreibt das deutsche Regelwerk einen Ausgangsdruck von 50 Millibar vor; der zugehörige Regler trägt ein orangefarbenes Typschild.

Bei fest eingebauten Anlagen in Wohnwagen und Wohnmobil sieht es anders aus. Für neu zugelassene Fahrzeuge gilt seit 2006 ein Druck von 30 Millibar, erkennbar am gelben Typschild; ältere Anlagen mit 50 Millibar dürfen unter Bestandsschutz weiterlaufen. Die pauschale Regel, Camping laufe seit jeher mit 50 Millibar, führt also in die Irre: Sie stimmt nur für das freistehende Gerät im Freien, nicht für die Fahrzeug-Festanlage.

Butan oder Propan: der entscheidende Kälte-Unterschied

Zwischen den beiden Gasen liegt ein Unterschied, der über den Wintereinsatz entscheidet. Propan siedet bei rund minus 42 Grad und verdampft damit auch bei strengem Frost zuverlässig. Butan dagegen hört schon bei etwa minus einem halben Grad auf zu verdampfen und bleibt als Flüssigkeit in der Flasche liegen, während der Kocher kein Gas mehr bekommt. Tückisch ist, dass die Flasche sich dann noch gefüllt anfühlt: Das flüssige Butan ist da, nur nicht mehr nutzbar. Wer bei Minusgraden kocht, greift zu Propan oder zu einer Wintergas-Mischung mit hohem Propananteil.

Gas Siedepunkt Wintertauglich
Propan ca. −42 °C ja, ganzjährig
Butan ca. −0,5 °C nein, versagt unter 0 °C

Im Ausland: warum der deutsche Regler nicht passt

Eine europaweite Einheitsnorm gibt es nicht. Gewinde und Drehrichtungen unterscheiden sich von Land zu Land, weshalb ein deutscher Regler auf einer ausländischen Flasche in der Regel nicht sitzt. Für den Grenzverkehr gibt es zwei Arten von Sets: ein Entnahme-Set, das eine ausländische Flasche an den deutschen Regler bringt, und ein Füll-Set, mit dem sich die deutsche Flasche im Ausland nachfüllen lässt. Spanien, Portugal und mehrere weitere Länder setzen zudem auf Clip-on-Ventile ohne eigenes Schraubgewinde, für die ein passender Adapter nötig ist.

Unkompliziert bleibt der Tausch dort, wo dieselben Systeme wie in Deutschland gelten, etwa in Österreich, Belgien und Luxemburg. In einigen Ländern ist das Befüllen deutscher Flaschen dagegen eingeschränkt oder untersagt; dort kauft man vor Ort eine lokale Flasche und nutzt sie mit dem Entnahme-Set. Das europaweite CampingGaz-System mit seinen blauen Butanflaschen umgeht das Problem, weil es sich in rund 40 Ländern tauschen lässt; sein Nachteil bleibt das reine Butan, das im Winter versagt. Die blaue Schraubkappe dieser Flaschen sollte man unbedingt aufheben, denn ohne sie verweigern viele Händler den Tausch.

Kartuschen: Stechen oder Schrauben

Bei kleinen Kochern stehen zwei Kartuschentypen zur Wahl. Die Stechkartusche ist günstiger, hat aber kein Ventil und darf erst abgenommen werden, wenn sie vollständig leer ist; sonst strömt Gas aus. Die Schraubkartusche nach EN 417 mit ihrem 7/16-Zoll-Gewinde besitzt ein selbstdichtendes Ventil und lässt sich jederzeit abnehmen, kostet dafür mehr. Ein verbreiteter Irrtum: Die Norm EN 417 garantiert keine allgemeine Kompatibilität, denn US- und EU-Kartuschen sowie einzelne Hersteller weichen voneinander ab. Am sichersten fährt, wer Kocher und Kartusche vom selben Hersteller kombiniert.

Windschutz: unterschätzt, aber wirksam

Im Freien ist ein Windschutz keine Zutat, sondern Voraussetzung. Schon mäßiger Wind trägt die Hitze davon, verlängert das Kochen und treibt den Gasverbrauch nach oben. Herstellerangaben nennen Einsparungen von bis zu rund 30 Prozent, wenn der Brenner windgeschützt steht; belastbare unabhängige Studien dazu fehlen, weshalb die Zahl als Richtwert und nicht als gesichertes Messergebnis zu lesen ist. Unstrittig bleibt die Richtung: Wer den Brenner abschirmt, kocht schneller und sparsamer.

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Sicherheit: die Regeln, die nicht verhandelbar sind

Bei der Sicherheit endet der Spielraum, den es sonst überall gibt: Zwei Gefahren wiegen schwerer als alle Komfortfragen. Die erste ist Kohlenmonoxid. Ein Gaskocher oder Gasgrill darf niemals in einem geschlossenen Zelt, im Wohnwagen oder unter der Markise brennen. Bei zu wenig Sauerstoff verbrennt Gas unvollständig, und es entsteht Kohlenmonoxid, wobei eine kleine, köchelnde Flamme mehr davon bildet als eine große. Das Gas ist geruch-, geschmack- und farblos und bindet rund 300-mal stärker an das Blut als Sauerstoff; die ersten Anzeichen wie Übelkeit und Kopfschmerz sind unspezifisch, bei hoher Konzentration wird es innerhalb von Minuten lebensgefährlich. Dokumentierte Todesfälle in Zelten zeigen, dass dies keine Theorie ist. Gekocht wird deshalb draußen, im Notfall nur in einer offenen Apsis bei durchgehender Belüftung, und zum Heizen taugt ein Kocher ohnehin nie.

Die zweite Gefahr ist der Brand durch Kontakt. Kippt ein Kocher gegen die Zeltwand, steht der Stoff in Sekunden in Flammen. Der Kocher gehört deshalb auf ebenen, festen Grund mit sicherem Abstand zu allem Brennbaren; je nach Quelle werden ein bis fünf Meter genannt, sicherheitsorientiert mindestens drei Meter zum Zelt, im Zweifel mehr. Die Gasflasche steht neben dem Grill, nie darunter, und ein Gasbrand wird nicht mit Wasser gelöscht, sondern mit einem Feuerlöscher. Wer diese beiden Regeln einhält, hat den größten Teil der Sicherheit am Kochplatz bereits erledigt.

Schlauch und Regler haben ein Verfallsdatum

Gasschlauch und Druckregler müssen spätestens zehn Jahre nach ihrem Herstellungsdatum getauscht werden, unabhängig vom sichtbaren Zustand, denn der Gummi verspröt von innen. Das Datum steht als Prägung oder Aufdruck auf dem Schlauch oder dem Typschild; fehlt es, ist das Teil nicht zugelassen. Hinzu kommt die wiederkehrende Gasprüfung alle zwei Jahre. Bei jeder rissigen, gequetschten oder undichten Stelle wird sofort getauscht, egal wie alt das Teil ist. Wie Gas, Wasser und Kühlung im Fahrzeug zusammenspielen, behandelt der Bereich Wohnmobil-Zubehör; zur Kühltechnik selbst führt der Ratgeber zu Kühlboxen und Kühlschränken.

Häufige Fragen zu Grillen und Kochen

Welcher Gasdruck gilt beim Camping in Deutschland?

Für einen tragbaren Kocher oder Grill im Freien gelten 50 Millibar, erkennbar am orangefarbenen Regler. Für fest eingebaute Anlagen in neu zugelassenen Wohnwagen und Wohnmobilen gelten seit 2006 dagegen 30 Millibar mit gelbem Regler; ältere 50-Millibar-Anlagen haben Bestandsschutz. Die beiden Fälle werden oft verwechselt.

Warum funktioniert Butan im Winter nicht?

Butan hört schon bei etwa minus einem halben Grad auf zu verdampfen und bleibt flüssig in der Flasche liegen, sodass der Kocher kein Gas mehr bekommt. Propan verdampft bis rund minus 42 Grad und bleibt ganzjährig nutzbar. Bei Frost ist deshalb Propan oder eine Wintergas-Mischung mit hohem Propananteil die richtige Wahl.

Passt meine deutsche Gasflasche im Ausland?

Nicht ohne Weiteres. Es gibt keine europaweite Einheitsnorm, Gewinde und Drehrichtungen unterscheiden sich je Land. Für den Grenzverkehr helfen Adapter-Sets: ein Entnahme-Set für ausländische Flaschen und ein Füll-Set fürs Nachfüllen der eigenen Flasche. In manchen Ländern ist das Befüllen deutscher Flaschen eingeschränkt.

Darf ich im Vorzelt kochen?

Nur bei durchgehender, offener Belüftung und niemals in einem geschlossenen Raum. Ein Gaskocher im geschlossenen Zelt, Wohnwagen oder unter der Markise ist lebensgefährlich, weil sich Kohlenmonoxid bildet, das geruchlos ist und rasch wirkt. Sicher ist nur das Kochen im Freien; zum Heizen taugt ein Kocher nie.

Wann müssen Gasschlauch und Regler getauscht werden?

Spätestens zehn Jahre nach dem Herstellungsdatum, das als Prägung oder Aufdruck vermerkt ist, unabhängig vom sichtbaren Zustand. Fehlt das Datum, ist das Teil nicht zugelassen. Zusätzlich ist alle zwei Jahre eine Gasprüfung fällig, und bei jeder rissigen oder undichten Stelle wird sofort getauscht.

Welcher Campingkocher ist der richtige?

Das entscheidet der Einsatzort, nicht die Leistung. Gas ist der Standard für drei Jahreszeiten, Benzin- und Multifuel-Kocher arbeiten bei Frost und in Höhe, Spiritus ist die einfachste Bauart für eine Person, und elektrisch geht nur mit Landstrom.

Wie viele Brenner braucht ein Campingkocher?

Für zwei Personen zwei — damit lassen sich Nudeln und Sauce gleichzeitig kochen. Ein dritter Brenner wird selten benutzt und kostet Stellfläche. Wichtiger als die Zahl der Brenner ist ein Topfträger, der den größten mitgeführten Topf kippsicher trägt.